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Beitrag aus der Nachrichtentechnik

Decodieren von Morsezeichen

Verfasser: Otto Praxl

Morsezeichen

Das Erkennen (Decodieren) von Morsezeichen ist für die Funker (z. B. Marinefunker, Amateurfunker) kein Problem, weil bei ihnen das Erkennen der gesendeten Morsezeichen automatisch erfolgt, es ist ihnen in Fleisch und Blut übergegangen. Sie haben das "Hören" geübt und gelernt. Dem Hören gleichwertig ist das „Sehen“ und Erkennen von Morse-Lichtzeichen.

Für den normalen Radiohörer, der hin und wieder einmal Morsezeichen hört, ist das Erkennen der einzelnen kurzen und langen Töne schwierig. Diese Töne sind Bestandteile des Morsecodes, der nur zwei konstante Signale (kurzes Signal = Punkt, langes Signal = Strich) verwendet. Ein Morsezeichen besteht aus bis zu 6 Signalen, die mit sehr kurzen zeitlichen Abständen (Signalabstände = 1 Punktlänge) gesendet werden.

Zur Decodierung der Punkt-Strich-Folge (= Signal-Folge) eines übertragenen Zeichens sind alphabetisch geordnete Morsetabellen nicht geeignet , weil bei jedem Morsezeichen das ganze Alphabet durchsucht werden muss, ob die gesuchte Signal-Folge dabei ist und zu welchem Buchstaben sie gehört.

Die Morsetafel ist nicht alphabetisch, sondern invers nach Signal-Folgen geordnet. Sie ist zum Decodieren der Morsezeichen für den Anfänger bestens geeignet.
Nähere Einzelheiten siehe Morse.pdf (109218 Byte)

Morse-Tafel

Die Morsezeichen gelten für Groß- und Kleinbuchstaben gleichermaßen.
Die Interpunktionszeichen und Sonderzeichen bestehen meist aus bis zu 6 Signalen.
Diese langen Morsezeichen merkt man sich am besten als Buchstabengruppen (Merkfolge), deren Buchstaben als zusammenhängende Signalfolge gegeben werden:

Morsetaste

Zum Morsen verwendet man eine Morsetaste. Der prinzipielle Aufbau wird in folgendem Bild gezeigt.
Morsetaste

Wenn die Morsetaste gedrückt wird, so werden die Kontakte K geschlossen und die beiden an den Anschlussklemmen A und B
angeschlossenen Drähte werden durchgeschaltet (kurzgeschlossen).
Anschluss A ist mit den Metallteilen der Taste verbunden, es wird aber mit so geringen Spannungen gearbeitet,
dass eine Gefährdung des Bedieners bei Berührung der Metallteile nicht auftreten kann. Es treten auch keine Kontaktfunken auf.
Nur während des Tastendrucks sendet der Sender ein Signal.

Wie der Anschluss der Drähte am Sender erfolgt und wie die Sendersteuerung technisch funktioniert, ist Sache der Sendetechnik.

Erläuterung:
A = Anschlussklemme mit Massepotenzial der Morsetaste,
B = Anschlussklemme mit Steuerungspotenzial (Sendeleitung),
C = Einstellschraube für den Abstand der Kontakte K (Kontaktspalt),
D = Einstellschraube für die Federspannung der Taste T,
E = Kurzschlussbügel für Dauerkurzschluss,
F = Feder,
G = Einstellschrauben für die Lagerung der Taste (Kugellager),
K = 2 Kontaktflächen mit geringem Spalt dazwischen,
T = Isolierte Morsetaste.


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